Empfehlung für den Einsatz des Antizyklischen Kapitalpuffers (FMSG/3/2026)
50. Sitzung, 14. September 2026Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) empfiehlt der Finanzmarktaufsicht (FMA) gemäß § 23a Abs 1 Bankwesengesetz die Beibehaltung eines Antizyklischen Kapitalpuffers (AZKP) in Höhe von 0 % der risikogewichteten Aktiva.
Zum Stichtag 30.06.2026 weisen drei der sechzehn Indikatoren auf zyklische Risiken hin. Davon entfallen zwei auf die Dimension Banken: der Kapitalüberschuss und die Qualität des Liquiditätspuffers. Das Bankensystem verfügt weiterhin über eine überdurchschnittlich hohe Ausstattung an freiem Kapital und hochliquiden Aktiva, die vor allem in Verbindung mit einem hohen Kreditwachstum erhöhte zyklische Risiken anzeigen. Zudem signalisierte der Finanzmarkt-Stressindikator zum 30.06.2026 erhöhte zyklische Risiken. Sowohl der Kapitalüberschuss als auch der Stressindikator bewegen sich seit der letzten Analyse in der Nähe ihrer jeweiligen Schwellenwerte. Die beiden Gap-Indikatoren für Kreditvolumen und Neukreditvergabe liegen unter ihren Schwellenwerten. Das Wirtschaftswachstum bleibt moderat. Die Neukreditvergabe zeigt seit März 2026 eine gewisse Beschleunigung (+39 % YoY, per 30.06.2026), bewegt sich jedoch insgesamt weiterhin auf einem moderaten Niveau.
In der Gesamtschau lässt sich zum Stichtag 30.06.2026 kein akutes zyklisches Risiko feststellen.
Das Dashboard der Indikatoren zu systemischen Risiken wird in einer interaktiven Version auch auf der Website der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlicht.